Der Löwe rennt trotzdem…

Tja,
manchmal läuft es eben einfach nicht wie geplant, und wenn man/n so blauäugig wie ich es immer mache in den Tag hinein lebt, läuft es halt sogar desöfteren nicht wie geplant.
So auch dieses mal.
Natürlich spielt unser glorreicher TSV da auch mal wieder eine nicht ganz unwichtige Rolle, da er es ja war der etwas über eine Woche vor dem ersten Marathon meines Lebens abgestiegen ist.

Nach diesem Abstieg, welchem ein Zwangsabstieg und ein bis Heute andauerndes Hick Hack um die KGaA und den e.V folgte musste ich mir schon sehr sehr gut überlegen ob ich den Marathon dennoch wie geplant in einem Löwen Trikot absolvieren wollte.

Wie in meinem Beitrag „Es lebe dass Chaos“ schon beschrieben ging der TSV natürlich nicht wie es jeder andere Verein so tut, still und heimlich von der Profifussballbühne.
Nein, der TSV verabschiedete sich wie es am besten zu seiner bisherigen Chronik passt mit einem enorm großen Knall und einem anschließenden Komplettzerfall in Rekordzeit.
Die „handelden Personen“ waren nach dem Spiel schneller zurück getreten als die meisten Fans dass Parkhaus der dämlichen Arroganz Arena verlassen konnten und die Mannschaft löste sich aufgrund der Vertragssituation der Spieler innerhalb von nur 2-3 Tagen in Nichts auf…
Naja, „Nichts“ ist dass falsche Wort, waren Sie vorher schon, ihr wisst schon was ich meine.
Weg eben !
Um die meisten ist es ja auch nicht wirklich Schade…

Aber was solls´s, jedes Wort zu Schade für diesen Haufen von Versagern und in diesem Blogpost soll es ja um meinen Marathon gehen. i
Ich habe mich natürlich nicht aufgelöst und nachdem die erste Traurigkeit und Depression über den Doppelabstieg verflogen war und ich so langsam begriff dass der TSV nun mit einer jungen hungrigen Löwenelf mit Daniel Bierofka 7 als Trainer, wahrscheinlich sogar im Grünwalder Stadion antreten würde, war ich mehr Feuer und Flamme für Sechzig München als die letzten 5 Saisons zusammen gerechnet.

So war es am Tag dess SRH Dämmermarathons dann auch nicht weiter verwunderlich dass ich wie ursprünglich geplant und wie es sich für einen Löwenfan gehört im Löwentrikot an den Start ging.

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Unser Team „Läuft bei uns“ (Name passt nicht so ganz zur momentanen Löwensituation ;D) bestand aus mir, einem Kumpel, zwei seiner Cousinen, seiner Freundin, und ihrem Bruder.
Zusammen mussten wir ca. 40km meistern wovon ca. 10km auf mich abfielen.
Die Organisation dess Marathons war Klasse und sehr gut geplant, nachdem wir unsere Startnummern erhalten hatten schauten wir den Startern bei anderen Disziplinen zu welche schon am frühen Nachmittag an den Start gingen.
Leider verfehlte unsere Startnummer knapp die „magische Zahl“ aber das wäre ja auch wirklich dess guten zuviel gewesen ;D
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Nachdem wir eine Weile die Starter beobachtet hatten, kam mir nach dem Blick auf die Uhr der Gedanke dass ich bereits in einer Stunde am Startpunkt 2 sein musste der am anderen Ende der Stadt lag.
Nach kurzem beratschlagen machten wir uns auf den Weg zur Straßenbahn wo uns dann auch auffiel was ich schon befürchtet hatte.
Es wurde verdammt, verdammt eng zeitlich.
Die Straßenbahn hatte natürlich zu allem Überfluss noch Verspätung und so musste ich meinen Marathon schon an der Straßenbahnhaltestelle starten und von dort zu meinem Startpunkt rennen ;D ^^
Kurz nach meinem eintreffen kam auch schon unsere Läuferin und übergab mir den GPS Sender.
Ich startete los und merkte schnell dass ich gut drauf war und einen guten Tag erwischt hatte.
Nach ca. 5 Minuten wurstelte ich meine verhedderten Kopfhörer aus der Hosentasche und stellt mein Handy auf volle Lautstärke.
Geniales Gefühl, geiles Wetter, Rockmusik, Löwentrikot, und die vielen vielen Menschen um einen herum.
Der Marathon führte mich durch einige abgelegenere Wohngebiete von Mannheim und als sich meine erste Angst davor überfallen zu werden gelegt hatte konnte ich die Atmosphäre und meinen Lauf so richtig genießen.
Ich gebe zu ich hatte den Zweck eines Marathons nie so richtig kapiert, aber wen man mal selbst dabvei ist lernt man schnell dass Gefühl und die Motivation so eines Events kennen und ich hatte schon nach 5 Minuten Lust so etwas mal wieder zutun.

Endgültig genial wurde der Tag dann als plötzlich ein fremder Läufer von hinten angesprintet kam und mir auf die Schulder klopfte.
Im laufen drehte ich mich zu ihm und er zeigte mir mit einem fetten Grinsen im Gesicht seine Läufernummer.
Es war die „1860“ ;D…
Ich zeigte ihm Daumen Hoch und er lachte und schaltete dann wieder einen Gang zurück, ich nehme an er war einer derjenigen die den kompletten Marathon alleine liefen und deshalb konnte und wollte er mein „10kmTempo“ natürlich nicht weiter mitgehen.
Dennoch war der Moment für mich einfach der Wahnsinn und hat mich richtig gepusht.
Überhaupt, der ganze Tag erfüllte mich so enorm mit Stolz ein Löwe zu sein, ich habe es in keiner Sekunde bereut mir Morgends dieses Trikot übergestreift zu haben und als dann nach ca. der Hälfter meiner Strecke noch zufällig „Ich würde nie zum FC Bayern München gehen“ aus meinen Kopfhörern dröhnte spürte ich einfach so gar keine Erschöpfung mehr.
Ich versuchte nochmals das Tempo anzuziehen und war fast schon überrascht als ich plötzlich am nächsten Checkpoint ankam und den GPS Sender an meine Mitläuferin abgeben musste…
Ich hatte dass Gefühl noch ewig laufen zu können und der Löwe erfüllte mich mit Stolz und Motivation.
Den Marathon zu laufen war einfach Klasse und ich kann es nur jedem empfehlen sowas auch mal zu machen.
Wenn man ein paar Freunde findet die mit einem laufen und die Distanz aufteilt, ist es auch nicht wirklich schwer und selbst von einem eher unsportlichen Typ wie mir zu schaffen.
Unser Team belegte einen sehr sehr respektablen „Platz 35“ und wir schafften unser Ziel es in unter vier Stunden zu meistern.
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Nach einem gemeinsamen „Marathongeschafftbier“ direkt hinter dem gemeinsamen Zieleinlauf dess gesamten Teams, blickte ich an meinem Trikot herab und dachte mir:

Ja, wir sind jetzt vielleicht ein 4.Ligist.
Ja, wir haben uns vor ganz Fussballdeutschland blamiert und sind zurecht abgestiegen.
Ja, wir waren definitiv der peinlichste und armseligste Verein von ganz Fussballdeutschland.
Und „JA“, sogar peinlicher als der HSV !

Aber jetzt nicht mehr.
Jetzt sind wir wieder Löwen, jetzt greifen wir wieder an, jetzt verteidigen wir unsere Punkte wieder auf dem Giesinger Berg, jetzt kämpfen wir wieder um zu siegen.
Jetzt kann jeder Fan wieder Stolz darauf sein den Löwen im Herzen zu tragen.
Jetzt kann jeder Fan wieder mit Stolz und Selbstbewusstsein die Farben der Löwen tragen und sogar einen Marathon laufen.
Denn, der Löwe ist vielleicht abgestiegen und von der Bühne Profifussball vorerst verschwunden.
Aber, der Löwe rennt trotzdem, der Löwe brüllt trotzdem, und der Löwe ist trotzdem Stolz.
Wir sind Stolz, denn wir, die Fans dess TSV München von 1860 sind auch in der 4. Liga dabei und brüllen unsere Löwen zusammen zurück in den Profifussball.
Wir waren schon einmal weg und sind wieder gekommen, und wir werden es wieder schaffen.

 

 

Machen wir den Giesinger Berg zu einer uneinnehmbaren Festung und unsere Auswärtsspiele zu Heimspielen.

 

 

 

denn auch als Viertligist leben, rennen und brüllen wir als stolze Löwen, jederzeit und überall, bis zum bitteren Ende !
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von Anders Noren.

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